60 Jahre fürs Familienunternehmen: IHK Lahn-Dill ehrt Manfred Roth

01.03.2022
Manfred Roth feierte 2021 sein 60-jähriges Unternehmerjubiläum. Eberhard Flammer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lahn-Dill, und IHK-Hauptgeschäftsführer Burghard Loewe gratulierten zu diesem außergewöhnlichen Ereignis und überreichten im Manfred Roth Atrium in Dautphetal-Buchenau eine Ehrenurkunde „für 60 Jahre erfolgreiche und vorbildliche Unternehmertätigkeit“.

Im Rahmen eines Treffens mit der Unternehmerfamilie und Matthias Donges, CEO (Chief Executive Officer) der Roth Industries, würdigte Eberhard Flammer das Lebenswerk des Jubilars. Er stellte fest: „Manfred Roth hat den 1947 gegründeten Familienbetrieb aus kleinsten Anfängen zu einem Unternehmen mit Weltgeltung entwickelt. Er hat Arbeitsplätze geschaffen und Wohlstand für unsere Region gesichert. Die IHK dankt ihm für sein Engagement, auch als langjähriger Präsident der Kammer, gesellschaftliche Verantwortung für die Region und darüber hinaus zu übernehmen.“
Matthias Donges eröffnete die Zusammenkunft mit einem Rückblick über das Leben von Manfred Roth. Er hob dabei besonders sein gesellschaftliches und wirtschaftliches Engagement für die Region Marburg-Biedenkopf hervor. Manfred Roth sehe sich dieser Aufgabe, unter anderem auch als Ehrenpräsident der IHK, nach wie vor verpflichtet.
Bereits Ende vorherigen Jahres hatte Matthias Donges mit dem Betriebsratsvorsitzenden Ralf Freund im Namen der Belegschaft Manfred Roth für seinen Einsatz im Familienunternehmen gewürdigt. An diesem Treffen nahm auch die Unternehmerfamilie teil.

Vom Handwerksbetrieb zum international tätigen Unternehmen
In 60 Jahren entwickelte Manfred Roth den handwerklichen Betrieb seines Vaters Heinrich Roth zum international tätigen Unternehmen. Unter dem Motto ‚eine Marke – viele Stärken‘ ist das Familienunternehmen heute mit verschiedenen Firmen, rund 1400 Mitarbeitern und 28 Produktions- und Vertriebsunternehmen weltweit vertreten. Mit verschiedenen Sparten gehört Roth Industries zu den innovativsten Unternehmen in der Gebäude- und Industrietechnik.
Aus der Geschäftsführung der Roth Industries mit Hauptsitz in Dautphetal-Buchenau hat sich Manfred Roth Anfang 2019 zurückgezogen und die Verantwortung auf seine drei Kinder übertragen, die bereits seit vielen Jahren in der Geschäftsführung tätig sind. Im Familienunternehmen steht Manfred Roth weiterhin jedem mit Rat und Tat zur Verfügung.
Frühe unternehmerische Verantwortung
Mit 21 Jahren trat Manfred Roth 1961 in den Betrieb seines Vaters Heinrich Roth ein, als dieser schwer erkrankte und übernahm die unternehmerische Verantwortung. Das erste Produktprogramm waren Kesselöfen mit handwerklichen Fertigungen in Silberg und Mornshausen. Bereits beim Einstieg in den väterlichen Betrieb war Manfred Roth überzeugt, dass zur dauerhaften Unternehmenssicherung die Monostruktur überwunden werden musste. Er hatte die Vorstellung, den 1947 gegründeten Familienbetrieb zu einem dynamischen Industrieunternehmen mit mehreren technologie- und marktführenden Geschäftsfeldern zu entwickeln. Für ihn stand fest, dass ein ausgewogen diversifiziertes Unternehmen größere Krisenresistenz und Wachstumschancen bietet.
Als Manfred Roth in den Familienbetrieb eintrat, musste er sein Maschinenbaustudium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen unterbrechen. So war die Fortführung des Betriebs gesichert. Er gab dennoch seinen Plan nicht auf, ein Studium aufzunehmen. Als es seinem Vater gesundheitlich besser ging, entschied er sich 1963 Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität in Marburg zu studieren und war damit in der Nähe seiner Firma, um seinen unternehmerischen Aufgaben nachzukommen. 1967 schloss er das Studium mit dem Examen als Diplom-Volkswirt ab.

Verantwortlich für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft
Manfred Roth engagiert sich für die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Umwelt. Für sein vielfaches ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement erhielt Manfred Roth 2007 das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Roth unterstützt soziale Organisationen, kulturelle Projekte, das regionale Vereinsleben, Projekte im Zusammenhang mit Aus- und Weiterbildung und engagiert sich stark für die Zusammenarbeit der Wirtschaft mit Schulen, Hochschulen und Universitäten. Seit seinem Studium fühlt sich Manfred Roth besonders mit der Philipps-Universität in Marburg verbunden.
Der Umwelt- und Ressourcenschutz hat einen hohen Stellenwert in der Unternehmensausrichtung und ist deshalb auch Bestandteil der Unternehmensgrundsätze sowie des aktuell entwickelten Code of Conduct (Verhaltenscodex). Roth verfolgt ein ehrgeiziges Klimaschutzprogramm und entwickelte ein eigenes Umweltmanagementsystem. Seit 2010 ist das Unternehmen nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert und veröffentlicht regelmäßig eine Umwelterklärung. Standortbezogen arbeitet der Hersteller klimaneutral. Sein Engagement ist vielfach ausgezeichnet: Für die umweltfreundliche Produktion an den Standorten Buchenau und Wolfgruben erhielt es die nationale Auszeichnung „EMAS-Umweltmanagement 2018“ durch das Bundesumweltministerium. Anfang des Jahres 2022 würdigte das europäische Umweltbüro in Brüssel zum zweiten Mal die Nachhaltigkeit des Produktprogramms und Ende 2021 veröffentlichte das Nachrichtenmagazin FOKUS Roth in dem Spezial „FOR OUR PLANET“ als eines von 130 deutschen Unternehmen mit „Top-Klima-Engagement“.


Wertebasiert in die Zukunft
Das Roth Familienunternehmen ist familiär, verantwortlich und dynamisch. Diese Werte motivieren Manfred Roths Kinder Claus-Hinrich Roth, Christin Roth-Jäger und Dr. Anne-Kathrin Roth, die seit 2017 Geschäftsführer der Roth Industries sind. Sie tragen gemeinsam mit dem CEO (Chief Executive Officer) Matthias Donges und dem CAO (Chief Administrative Officer) Marcus Schmidt die Verantwortung für die Fortentwicklung des wertebasierten und zukunftsorientierten Familienunternehmens. Roth Industries verfügt mit den spartenübergreifenden Kompetenzfeldern Energie, Wasser und Kunststoff über eine große Leistungsfähigkeit. Die Diversifikation ermöglicht die Nutzung von Synergien und den Ausbau der Innovationsführerschaft. Die Bestätigung als Weltmarktführer in den Segmenten Energiespeichersysteme, Flächen-Heiz- und Kühlsysteme und Composite-Technologien erhielt Roth durch den Eintrag in das Langenscheidt „Lexikon der deutschen Weltmarktführer“.

Manfred Roth (links) feierte sein 60. Unternehmerjubiläum. Er führte den handwerklichen Betrieb seines Vaters zum international tätigen Familienunternehmen.
Eberhard Flammer (rechts), Präsident der IHK Lahn-Dill, würdigte die Lebensleistung des Unternehmers.