Roth Auszubildende entwickeln digitale Lernplattform „ROOMS“

31.03.2022

Eine Redaktionsgruppe von Roth Auszubildenden und StudiumPlus-Studenten unter der Leitung von erfahrenen Ausbildern entwickelte die eigene digitale Lernplattform „ROOMS“. Der Name steht für „Roth Online Master System“ und ist genau auf das Ausbildungskonzept des Dautphetaler Familienunternehmens zugeschnitten. 

Das System umfasst eine Mediathek mit individuellen Lernaufgaben, Links zu Fachliteratur, Tabellenbüchern, Zeichnungen und Tutorials. Das Redaktionsteam programmierte seit Frühjahr 2021 praktische und theoretische Lernaufgaben. Ihm gehören nach dem Prinzip der sogenannten Peer Education, was in etwa bedeutet „Bildung unter Gleichen“, Auszubildende aus dem zweiten und dritten Ausbildungsjahr an. Ihre Beiträge sind besonders wertvoll, da sie die aktuellen Bedürfnisse der Nutzer von ROOMS aus eigener jüngster Erfahrung sehr gut kennen. Die Lernaufgaben sind jetzt fester Teil des Ausbildungsprogramms und stehen Lerninteressierten zur Verfügung. Hartmut Heck, Leiter der zentralen Ausbildung bei Roth, erklärte: „Im ersten Schritt haben wir uns beim Aufbau der Lernplattform auf Ausbildungsinhalte der konventionellen Metallbearbeitung konzentriert. Nach mehreren Testläufen wird ROOMS nun erstmals vom ersten Ausbildungsjahr voll genutzt. Das Angebot kommt so gut bei den Auszubildenden an, dass wir es mit Eifer ausbauen und damit künftig neben den Industrie- und Zerspanungsmechanikern weitere Berufsgruppen ansprechen wollen.“

Mit dem Tablet an der Maschine
Viele Aufgaben in der Lernplattform führen die Auszubildenden direkt in die Praxis. Roth stellt in der zentralen Ausbildung Tablets für die Arbeit mit „ROOMS“ zur Verfügung. Einzelne Lektionen sind mit der Arbeit an Maschinen gekoppelt, sodass die angehenden Facharbeiterinnen und Facharbeiter das, was sie über das Tablet lernen, direkt in der Praxis umsetzen und zeitgleich die dazugehörigen Aufgaben lösen können. „So sind Theorie und Praxis miteinander vernetzt und nur einen Fingertipp voneinander entfernt. Die Aufgaben können zudem von unterschiedlichen Endgeräten abgerufen werden – das ermöglicht den Auszubildenden das mobile Lernen im Roth Netzwerk und bedient die Ansprüche der aktuellen Generation sogenannter Digital Natives. Wir sind überzeugt, mit ROOMS unser Ausbildungskonzept zukunftsorientiert erweitert zu haben“, erläutert Hartmut Heck.
Positive Reaktionen kommen auch aus dem Kreis der Auszubildenden – sie schätzen das strukturierte und problemlösungsorientierte Lernen im virtuellen Raum. Jakob Immel sagt: „ROOMS gefällt mir sehr gut, da es einfach zu bedienen ist und ohne Papier auskommt. Alle Lerninhalte sind in einem Gerät verfügbar.“ Die Platzersparnis gefällt auch Michel Schneider: „Die Lernplattform beinhaltet auch Aufgaben mit technischen Zeichnungen, wobei alle wichtigen Informationen verständlich erklärt sind. Zudem kann man eigenständig alle Arbeitsschritte planen.“ Damit es nicht zu Verwechselungen kommt, sind die Benutzerkonten personenbezogen – das findet Kilian Kraft prima. Er betont außerdem: „Das System hat viele praktische Hilfsmittel wie zum Beispiel einen integrierten Taschenrechner, sodass man Drehzahlen schnell berechnen kann. Ich finde zudem klasse, dass sich Zeichnungen einfach vergrößern lassen und, dass alle Arbeitsschritte übersichtlich aufgelistet sind.“ Alles in allem sei das Lernen mithilfe des Tablets sehr abwechslungsreich fasst Niklas Schmidt zusammen.

Lernfortschritte sind transparent für Ausbilder
Für die Ausbilder punktet „ROOMS“ mit der ortsunabhängigen Begleitung und Freigabemöglichkeit. Allen Auszubildenden kann man, angepasst an den individuellen Lernfortschritt, eine entsprechende Aufgabe zuteilen, sodass für jeden eine abwechslungsreiche und fördernde Lernlandschaft gewährleistet ist. ROOMS ermöglicht eine lückenlose orts- und zeitunabhängige Dokumentation über alle offenen und erledigten Aufgaben durch den Auszubildenden. Die Transparenz der digitalen Dokumentation erlaubt den Ausbildern eine umfassende Feststellung und Unterstützung des Lern- und Arbeitsfortschrittes. Für die Auszubildenden ist ROOMS eine smarte Förderung hin zum angeleiteten individuellen selbstorganisierten Arbeiten und Lernen.
Für das Jahr 2022 sind bei dem Dautphetaler Unternehmen noch einige Ausbildungsplätze in verschiedenen Berufen offen. Mehr Informationen gibt es unter www.roth-ausbildung.de.

 

 
von links: Roth Auszubildende Henry Lettermann, Kilian Kraft
und Finja Lieb beim Lernen mit neusten Methoden.
Neben der digitalen Lernplattform ROOMS, sind sie damit vertraut,
Projekte im 3D-Druck abzuwickeln.
(Fotos: Roth Industries/Frank Wiegand)

Henry Lettermann, Roth Auszubildender zum Industriemechaniker,
verwendet die neue digitale Lernplattform „ROOMS“.
Die Auszubildenden des aktuellen Ausbildungsjahrs lernen erstmals damit.

(Fotos: Roth Industries/Frank Wiegand)

 
 

Finja Lieb lernt den Beruf der Elektronikerin – sie freut sich, dass in der
Roth Ausbildungswerkstatt die digitale Lernplattform ROOMS Einzug
gehalten hat. Die Auszubildenden haben das System selbst entwickelt.

(Fotos: Roth Industries/Frank Wiegand)